Schauspiel

Die Zertrennlichen

Österreichische Erstaufführung / Premiere am 07.10.2018

K2

Fabrice Melquiot . Deutsch von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand

Aufführungsdauer ca. 75 Minuten . Keine Pause 

 

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Inhalt

Ein kleiner Junge sitzt auf einem hölzernen Schaukelpferd in seinem leeren Zimmer. Er sieht, wie der Eisvogel etwas in den Himmel schreibt, hört, wie der bunte Fisch im Aquarium weint, und riecht die Nelken, die auf dem Tisch die Köpfe hängen lassen.
Ein kleines Mädchen sitzt mit Federn im Haar in ihrem leeren Zimmer. Sie kennt sich aus mit Indianern. Sie ist selbst eine Sioux. Mit Sioux-Federn, Sioux-Blut, einem Sioux-Herzen. Sie ist eine Dakota. Der Name bedeutet Verbündete. Das heißt, dass man einander nie im Stich lässt.
Romain und Sabah wohnen zwar Wohnblock an Wohnblock, entstammen aber vermeintlich anderen Welten. Romain hat französische Wurzeln, Sabah algerische. Kaum verwunderlich, dass ihre ersten Begegnungen vor dem Hintergrund des vorherrschenden Alltagsrassismus in den jeweiligen Familien nicht ganz reibungslos ablaufen. Eines Tages aber begeben sich die beiden heimlich auf eine Erkundungstour in den Wald. Denn Romain hat Sabah vom Geheimnis der Riesenerdnuss erzählt, die über magische Zauberkräfte verfügt. Und als dann auch noch ein großer weißer Büffel – einer wie aus Sabahs Sioux-Geschichten – durch ihre Siedlung spaziert, wird ihnen eines klar: Dieses Zeichen ist richtig siouxmäßig zu verstehen und bedeutet, dass sie unzertrennlich sind.
Erst als aufgrund ihrer innigen Freundschaft die Spannung zwischen den Eltern eskaliert, drohen sie auseinandergerissen zu werden. Ob das Band ihrer Freundschaft den Anfeindungen der Umgebung standhält?
Fabrice Melquiot erzählt in Die Zertrennlichen feinsinnig, voller Poesie und Witz von der Freundschaft zweier junger Menschen, die sich über vermeintlich unüberbrückbare kulturelle Schranken hinwegzusetzen versuchen.

 

Romain:
Ich hatte diese Geschichte mit der Erdnuss völlig frei erfunden. Als könnte eine Erdnuss größer als drei Zentimeter werden, son Quatsch. Ich wollte Sioux und gleichzeitig Araber werden und dieses Mädchen auf den Mund küssen. Das war alles.

Besetzung

Phillip Henry Brehl, Teresa Waas

Foto Rupert Larl

Phillip Henry Brehl, Teresa WaasFoto Rupert Larl

Teresa Waas, Phillip Henry Brehl

Foto Rupert Larl

Teresa Waas, Phillip Henry BrehlFoto Rupert Larl

Phillip Henry Brehl, Teresa Waas

Foto Rupert Larl

Phillip Henry Brehl, Teresa WaasFoto Rupert Larl

Teresa Waas

Foto Rupert Larl

Teresa WaasFoto Rupert Larl

Phillip Henry Brehl

Foto Rupert Larl

Phillip Henry BrehlFoto Rupert Larl

Teresa Waas, Phillip Henry Brehl

Foto Rupert Larl

Teresa Waas, Phillip Henry BrehlFoto Rupert Larl
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Pressestimmen

Tiroler Tageszeitung

Fabrice Melquiots Jugendstück „Die Zertrennlichen“ (ab zehn Jahren) blickt aus kindlicher Perspektive auf ganz aktuelle Probleme. Und nimmt beides ernst: Die Perspektive und die Probleme. Die klug in die Gegenwart geholte Romeo-und-Julia-Variation kam gestern Nachmittag im „K2“ im Haus der Musik zu seiner österreichischen Erstaufführung. Regisseurin Grit Lukas inszeniert mit Gespür für Timing und Liebe fürs Detail: Beides kulminiert in einem von den Landestheater-Debütanten Phillip Henry Brehl und Teresa Waas hinreißend gespielten SMS-Dialog, der deutlich macht, dass auch hinter eigentümlichen Emoticons große Gefühle stehen.