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Konzerte des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck in
der Saison 2011/2012

Auch in dieser Saison finden vor allen Konzerten Einführungen
statt.
Beginn jeweils um 19.15 Uhr im Foyer
| Do 13. und Fr 14. Okt. 2011 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| Christoph
Altstaedt, Dirigent
CHARLES IVES
The Unanswered Question
RICHARD WAGNER
Tristan und Isolde: Vorspiel und Liebestod WWV 90
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
15. Symphonie A-Dur op. 141
Christoph Altstaedt tritt mit diesem Konzert seine Position
als Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck
an und eröffnet die Saison mit einem Programm vielschichtiger
inhaltlicher Beziehungen. Charles Ives, der experimentierfreudige
Vertreter der amerikanischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts,
stellt The Unanswered Question, die ewige Frage nach dem Sein,
die am Ende unbeantwortet und mysteriös bleibt. Darauf
bezog sich auch Leonard Bernstein in seiner legendären
Vorlesungsreihe an der Harvard University, an deren Ende er
meinte: „Ich bin mir nicht mehr sicher, wie die Frage
lautete, aber ich weiß, dass die Antwort ‚Ja’
ist.“
Nicht ganz unumstritten ist die Frage, wie sehr Richard Wagner
mit Tristan und Isolde das fundamental Neue der Musik des
20. Jahrhunderts beeinflusste. Vorspiel und Liebestod hat
sich jedenfalls mit seiner einzigartigen Dichte als orchestrale
Kurzform der Oper im Konzertsaal etabliert.
Dmitri Schostakowitsch komponierte seine letzte Symphonie
vier Jahre vor seinem Tod. Ein Werk, in dem er Rückschau
hält auf ein Komponistenleben voller Höhen und Tiefen.
Mit dem für sein Schaffen charakteristischen Wechsel
zwischen tiefer Melancholie und Heiterkeit zitiert er Rossini,
Beethoven und Wagners Tristan und erzählt eine ironische
Geschichte vom Tod.
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Christoph Altstaedt |
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| Do 17. und Fr 18. Nov. 2011 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| Marcus Bosch,
Dirigent
Juliane Banse, Sopran
Tschechischer Philharmonischer Chor Brno
Wiltener Sängerknaben
Brigitte Fassbaender, Sprecherin
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
5. Symphonie d-Moll op. 107
LEONARD BERNSTEIN
3. Symphonie Kaddish |

KS Brigitte Fassbaender |
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Marcus Bosch, Generalmusikdirektor
in Aachen und ab Herbst 2011 auch in Nürnberg, beeindruckt
mit stilistischer Kompetenz von Barock bis zum zeitgenössischen
Repertoire, was ihn zum begehrten Gast vieler renommierter Orchester
und Opernhäuser macht.
Felix Mendelssohns 5. Symphonie ist, anders als die Opuszahl
vermuten lässt, ein Frühwerk, das der Zwanzigjährige
anlässlich der 300-Jahr-Feiern der Reformation komponierte.
Luthers Choral „Ein feste Burg“ entwickelt sich
zum hymnischen Hauptthema der Symphonie und setzt dem Reformator
ein musikalisches Denkmal.
Eines der bewegendsten und stilistisch vielseitigsten Werke
Leonard Bernsteins ist seine 3. Symphonie Kaddish, benannt nach
der in Hebräisch und Aramäisch abgefassten Lobpreisung
Gottes, dem traditionellen jüdischen Totengebet. Von zentraler
Bedeutung sind außerdem die von Bernstein selbst verfassten
Textpassagen, die vom Ringen um den Glauben an Gott handeln,
von Gewissheiten und offenem Zweifel. Der musikalische Charakter
ist bestimmt durch ein Mit- und Gegeneinander zahlreicher stilistischer
Ebenen, Atonalität steht neben traditioneller Harmonik,
weit gespannte Melodien wechseln mit Jazz-Einschlägen.
Intendantin Brigitte Fassbaender gestaltet den Part der Sprecherin.
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| Do 01. und Fr 02. Dez.
2011 |
Congress Innsbruck,
Saal Tirol, 20.00 Uhr |
Alexander Rumpf, Dirigent
Baiba Skride, Violine
FRANK BRIDGE
Rebus
BENJAMIN BRITTEN
Violinkonzert d-Moll op. 15
GUSTAV HOLST
Die Planeten op. 32
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Alexander Rumpf |
| In Zusammenarbeit mit dem Tiroler
Landeskonservatorium
Alexander Rumpf, Chefdirigent am TLT und musikalischer Leiter
vieler Opernabende, dirigiert zum ersten Mal ein Symphoniekonzert
des TSOI, in dessen Mittelpunkt er englische Komponisten stellt.
Gustav Holsts spätromantische Orchestersuite Die Planeten
entfaltet mit ihren monumentalen Klangeffekten und dem Reichtum
an Klangfarben eine ähnlich faszinierende Wirkung wie
großorchestrale Filmmusik. Motive aus den Planeten fanden
Eingang in die Popular- und Filmmusik, besonders das Jupiter-
und das Marsthema wurden von unterschiedlichen Komponisten,
von Frank Zappa bis Hans Zimmer, zitiert. Die Planeten sind
das bekannteste Werk Holsts und im anglo-amerikanischen Raum
sehr beliebt. In Innsbruck erleben sie bei diesem Konzert
ihre Premiere.
Frank Bridge ist neben Holst der avancierteste britische Komponist
des frühen 20. Jahrhunderts. Kurz vor seinem Tod vollendet
er das Orchesterstück Rebus, das von erstaunlicher Leichtigkeit
und tänzerischen Elemente charakterisiert ist. Als Lehrer
war Frank Bridge sehr gefragt und sein berühmtester Schüler
war Benjamin Britten, dessen brillantes, kontrastreiches und
mit alten Traditionen brechendes Violinkonzert von der jungen
lettischen Geigerin Baiba Skride gespielt wird.
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| Do 23. und Fr 24. Feb. 2012 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| David Afkham, Dirigent
Christian Altenburger, Violine
WOLFGANG AMADÉ MOZART
Adagio und Fuge c-Moll KV 546
ALBAN BERG
Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“
JOHANNES BRAHMS
3. Symphonie F-Dur op. 90
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David Afkham |
Sein Debüt bei den Salzburger
Festspielen 2010 wurde umjubelt wie ein Popkonzert: David Afkham,
einer der international vielversprechendsten jungen Dirigenten,
bereits mehrfach ausgezeichnet, steht auf der Wunschliste vieler
renommierter Orchester.
Johannes Brahms´ 3. Symphonie ist mit ihren lebhaft charakterisierten,
individuellen Themen und deren Transformationen eines seiner
poetischsten und bewegendsten Werke, das 1883 mit einem rauschenden
Erfolg uraufgeführt wurde.
Alban Bergs berühmtes Violinkonzert ist sein letztes vollendetes
Werk und neben der Oper Wozzeck sein bekanntestes. Berg war
erschüttert vom Tod Manon Gropius, der Tochter Alma Mahlers,
und setzte ihr mit diesem Konzert ein musikalisches Denkmal,
indem er versuchte, „Wesenszüge des jungen Mädchens
in musikalische Charaktere umzusetzen“. Er gab dem Werk
den Beinamen „Dem Andenken eines Engels“. Der virtuose
Wiener Geiger Christian Altenburger ist Spezialist für
die Musik der Zweiten Wiener Schule und setzt sich besonders
für deren Aufführung ein. Der international sehr erfolgreiche
Solist, Kammermusiker und Festivalleiter spannt in seinen Programmen
den Bogen von Bach bis zur Gegenwart, von der Musik zur Literatur
und widmet sich gerne Ur- und Erstaufführungen.
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| Do 15. und Fr 16. März 2012 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| Georg Fritzsch,
Dirigent
KURT ESTERMANN (*1960)
Symphonisches Orgelkonzert Nr. 2 - Uraufführung
ANTON BRUCKNER
4. Symphonie Es-Dur WAB 104 - Romantische
In Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landeskonservatorium
Georg Fritzsch verbindet bei diesem Konzert sein Interesse
an zeitgenössischen Kompositionen mit seiner großen
Liebe zu Anton Bruckner, indem er ein Auftragswerk des Tiroler
Komponisten und Stiftsorganisten des Stifts Wilten, Kurt Estermann,
zur Uraufführung bringt. Anschließend steht Bruckners
Vierte, die Romantische, auf dem Programm.
Bis heute ist die Romantische auf Grund ihres Reichtums an
eingängigen Melodien eines der beliebtesten Werke Anton
Bruckners. Nach den Misserfolgen mit seinen vorangegangenen
Symphonien, verhalf ihm die Uraufführung seiner Vierten
mit den Wiener Philharmonikern 1881 endlich zur verdienten
Anerkennung.
Anton Bruckner, dessen Stil meist als absolut, sakral, religiös,
klassisch oder mystisch charakterisiert wird, komponierte
eine – von ihm selbst so bezeichnete – „romantische“
Symphonie mit den entsprechenden programmatischen Erklärungen.
Das Hornsolo zu Beginn und etliche romantische Sujets entsprechen
diesem Beinamen ebenfalls. Bei den späteren, für
seine Arbeit typischen Umarbeitungen komponierte er ein ganz
neues Scherzo und auch ein neues Finale, was das Werk vom
romantischen Überschwang zu einem mehr philosophisch-übernatürlichen
Tonfall hin führte, der sich in epischer Breite entwickelt.
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| Do 19. und Fr 20. April 2012 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| Francesco
Angelico, Dirigent
Gabriela Montero, Klavier
WOLFGANG AMADÉ MOZART
Klavierkonzert Es-Dur KV 271
IGOR STRAWINSKY
Petruschka
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Wie der legendäre
Friedrich Gulda verfügt die venezolanische Pianistin Gabriela
Montero über die seltene Gabe, über beliebige, häufig
durch Publikumszuruf eingebrachte Themen frei improvisieren
zu können und so eine Brücke von der klassischen Musik
zum Jazz zu schlagen. Über ihre Fähigkeit sagt sie
selbst: „Ich mache eigentlich nichts. Da ist etwas, das
fließt einfach durch mich hindurch“. Sie spielt
das bedeutendste und letzte von Mozarts Salzburger Solokonzerten,
das Jeunehomme - Klavierkonzert in Es-Dur und wird natürlich
auch improvisieren.
Während der Arbeit an Le Sacre du Printemps beschäftigte
Igor Strawinsky die Idee, Petruschka, den derben Possenreißer
der russischen Volkskunst, musikalisch zum Leben zu erwecken.
Er komponierte zuerst ein Konzert für Orchester und Klavier,
das er später auf Anregung Sergeij Dhiagilevs zu einer
Ballettmusik umschrieb. Er schuf ein Meisterwerk mit zukunftsweisenden
Techniken, entwickelte sein unverwechselbares kompositorisches
Idiom und wurde damit zu einer Schlüsselfigur der musikalischen
Moderne.
Dirigent Francesco Angelico, zuletzt mit dem Deutschen Dirigentenpreis
2011 ausgezeichnet, setzt mit diesem Konzert seine Zusammenarbeit
mit dem TSOI nach dem umjubelten Neujahrskonzert 2011 fort.
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| Do 24. und Fr 25. Mai 2012 |
Congress Innsbruck, Saal
Tirol, 20.00 Uhr |
| Christoph Altstaedt,
Dirigent
Nicolas Altstaedt, Violoncello
MAURICE RAVEL
Le tombeau de Couperin
ERNEST BLOCH
Schelomo - Hebräische Rhapsodie für Violoncello
und Orchester
SAMUEL BARBER
Adagio für Streichinstrumente op. 11
JOSEPH HAYDN
Symphonie G-Dur Nr. 100 Hob. 1:100 - Militär Symphonie
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Christoph Altstaedt |
Krieg und Tod, diesen zentralen Themen
widmet sich Chefdirigent Christoph Altstaedt bei diesem Konzert.
Solist ist sein Bruder, der mehrfach ausgezeichnete Cellist
Nicolas Altstaedt. 2010 debütierte Nicoals Altstaedt mit
den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel beim Lucerne
Festival.
Maurice Ravel komponierte den musikalischen Nachruf auf Couperin
unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs und versah jeden Satz
mit einer Widmung für einen gefallenen Freund. Auch Ernest
Bloch stand unter dem Eindruck des Elends und der Agonie des
Kriegs, als er die Hebräische Rhapsodie mit ihrem virtuosen
Cellopart komponierte. Die spirituellen Traditionen des Judentums
inspirierten ihn zu den Werken seines Jüdischen Zyklus.
Samuel Barbers berühmtes Adagio für Streichinstrumente
stellte sein übriges kompositorisches Œvre in den
Schatten. Wegen der ungeheuren emotionalen Intensität wurde
es mehrfach als Filmmusik verwendet, u. a. im Antikriegsfilm
Platoon, und ist zum musikalischen Ausdruck für die weltweite
Betroffenheit über die Ereignisse des 11. September 2001
geworden.
Joseph Haydns 100. Symphonie, eine der berühmten Londoner
Symphonien, war wegen ihrer beeindruckenden Wirkung bereits
bei der Uraufführung ein sensationeller Erfolg.
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| Do
14. und Fr 15. Juni 2012 |
Congress Innsbruck,
Saal Tirol, 20.00 Uhr |
| VORKONZERT:
JUGENDPHILHARMONIE DER MUSIKSCHULE INNSBRUCK
FRANZ SCHUBERT, 5. SYMPHONIE B-DUR D 485, 1. SATZ
Christoph Altstaedt, Dirigent
Dorothea Sessler, Violine
LUCIANO BERIO
Rendering für Orchester - Restaurierung von Entwürfen
und Skizzen
Franz Schuberts zu einer geplanten 10. Sinfonie in D (D 936
A)
FRANZ SCHUBERT
Rondo A-Dur für Violine und Streichorchester D 438
FRANZ SCHUBERT
3. Sinfonie D-Dur D 200
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Dorothea Sessler |

Christoph Altstaedt |
Franz Schubert ist das
große Thema des Konzerts, bei dem sich Dorothea Sessler
mit dem Rondo für Violine und Streichorchester als langjährige
Konzertmeisterin vom TSOI und vom Publikum verabschiedet. Das
Rondo, eines der wenigen Werke, in dem der Geiger und Bratschist
Schubert die Geige solistisch einem Orchester gegenüber
stellte, entstand zur selben Zeit wie seine 5. Symphonie, deren
1. Satz von der Jugendphilharmonie der Musikschule Innsbruck
im Rahmen des Vorkonzerts aufgeführt wird. Als ob Franz
Schubert geahnt hätte, dass er nicht alt werden würde,
arbeitete er unermüdlich. Seine 3. Symphonie, mit der er
sich meisterlich und voll Charme von seinen Vorbildern Mozart
und Haydn emanzipierte, schrieb er mit 18 Jahren neben seiner
Tätigkeit als Lehrer. Im gleichen Jahr komponierte er noch
145 Lieder, vier Bühnenwerke und seine 2. Symphonie.
Auf der Basis von Schuberts Skizzen für eine 10. Symphonie
schrieb Luciano Berio das Werk Rendering, indem er das Material
einer neuen Deutung zuführte. Die von Franz Schubert in
den letzten Wochen seines Lebens angefertigten Skizzen sind
von komplexer Schönheit und wurden von Berio musikalisch
restauriert und mit Themen anderer Schubertkompositionen ergänzt.
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